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Konsum

Cannabisprodukte

Marihuana

Als Marihuana werden die getrockneten Blätter und Blüten der Cannabispflanze bezeichnet. Der Begriff Marihuana (engl.: marijuana) stammt aus dem Mexikanischen und wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts ins Amerikanische übernommen; umgangssprachlich wird in Deutschland häufig der Begriff "Gras" verwendet oder auch Weed, oder Ganja.
Marihuana enthält durchschnittlich etwa 2,4% THC. Speziell gezüchtetes Marihuana kann jedoch auch deutlich höhere THC-Gehalte aufweisen.

Haschisch

Haschisch bezeichnet das von speziellen Drüsen der Pflanze abgesonderte Harz (Cannabisharz). Der Begriff stammt aus dem Arabischen und war bereits im 19. Jahrhundert in westlichen Ländern gebräuchlich. Weltweit wird eine Vielzahl von traditionellen oder modernen Namen für Haschisch verwendet, darunter Bang, Shit, Pot. In Deutschland ist der Begriff "Dope" am gebräuchlichsten. Haschisch enthält durchschnittlich 14% THC, in Einzelfällen werden auch deutlich höherere Konzentrationen nachgewiesen.

Cannabisöl

Das Haschisch-Öl wird auf eine fertige Zigarette getropft. Der THC-Gehalt schwankt zwischen 20% und 50%, im Mittel liegt er bei 30%.

Einnahme

Überwiegend wird Cannabis geraucht ("kiffen") oder inhaliert. Die verbreitetste Form ist das Rauchen eines "Joint". Dazu vermischt man Marihuana oder Haschisch-Krümel mit Tabak und stellt sich mittels Zigarettenpapier eine Zigarette (Joint) her. Darüber hinaus gibt es zum Inhalieren spezielle Rauchgeräte wie z.B. Wasserpfeifen oder unterschiedliche andere Pfeifenarten, womit Cannabis ohne Vermischung mit Tabak konsumiert werden kann.

Weniger gebräuchlich auch wegen der schwerer abzuschätzenden Wirkung ist der Konsum in Form von Essen oder Trinken. Cannabisprodukte werden dafür z.B. als Zutaten in Brot und Gebäck verwendet oder in Tee und andere Getränke gemischt.

Streckmittel

Illegale Cannabisprodukte können mit Streckmitteln versetzt sein, um das Verkaufsgewicht und damit den Gewinn zu steigern.
Beispielsweise wurden Sand, Zuckerlösungen oder Kunststoffverbindungen ("Brix"), Talkum/Speckstein, Glasstaub, Klebemittel oder auch Haarspray nachgewiesen. Beim Kiffen können sie in die Atemwege gelangen und die Lunge schädigen.

Wirkung, Intensität und Dauer hängen davon ab, wie häufig und in welcher Form und Dosierung Cannabisprodukte eingenommen werden.

 

Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind im Labor hergestellte chemische Substanzen, die die Wirkung des natürlichen THC (Tetrahydrocannabinol) und den ausgelösten Rausch nachahmen. Meist entfalten sie jedoch stärkere und auch unangenehmere Effekte – von Verwirrung bis zu Halluzinationen bis hin zu akuten Psychosen, aber auch lebensbedrohliche Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems bis hin zum Herzinfarkt.
Die synthetischen Cannabinoide werden entweder auf CBD-haltiges Cannabis gesprüht oder mit Haschisch (Cannabisharz) vermischt. Beim Aufsprühen auf die Blüten verteilt sich die Substanz oft ungleichmäßig, sodass einzelne Blüten eine höhere Konzentration aufweisen, andere Blüten dagegen gar nicht manipuliert sind. Konsument*innen können weder am Aussehen der Blüten noch am Geruch erkennen, ob ihr Cannabis behandelt wurde oder nicht. Nur eine chemische Analyse bzw. Druckchecking können die Inhaltsstoffe eindeutig nachweisen.
Diese Cannabisprodukte werden als "normales" THC-haltiges Cannabis illegal verkauft und die Konsument*innen nicht darüber informiert, dass es sich um ein chemisch verändertes Produkt handelt. Auch über die unberechenbaren Wirkungen erhalten die Käufer*innen keinerlei Informationen.
Synthetische Cannabinoide wirken ähnlich wie THC, jedoch in der Regel viel stärker und auch unangenehmer. Bekannt wurden sie schon vor einigen Jahren als "Badesalze" oder "Kräutermischungen". Sie fallen unter das Neue Psychoaktive Substanzen-Gesetz (NpSG), d. h. es sind nicht mehr einzelne Substanzen verboten, sondern ganze Substanzgruppen. Daher ist auch der Begriff "Legal Highs" irreführend – synthetisch hergestellte Cannabinoide aus illegalen Laboren sind verboten.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Herzinfarkt
  • Herzrasen, Bluthochdruck,
  • Bewusstlosigkeit,
  • Verlangsamte Atmung,
  • Krampfanfälle (Epilepsie),
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Delirium,
  • Akute Psychosen.

Im Notfall oder bei unklaren Symptomen immer den Notruf 112 wählen!

Weitere Informationen

https://mindzone.info/partydrogen-podcast-sauberdrauf/

Factsheet Cannabinoide, Hrsg. Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich, Schweiz 2020

Factsheet Cannabinoide, Infodrog Bern, Schweiz 2020